Hier nun der vierteTeil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich.

In diesem Teil geht es um die Themen:

  • was macht ein Baubiologe und
  • gesundes Kinderzimmer.

Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Maßnahmen.

Paul Düpper - Baubiologe

Paul Düpper – Baubiologe aus Zülpich

www.baubiologie-pduepper.de

Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Im 4. Teil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich geht es um die Fragestellung: Was macht ein Baubiologe eigentlich genau, und wie kann ich ein Kinderzimmer gesund gestalten?

Stefan: Wir haben jetzt unser Schlafzimmer und unser Kinderzimmer elektrosmogfrei, ordentlich belüfte, die Feuchtigkeit wird durch die Wände aufgenommen und das Licht haben wir behandelt. Hast Du noch irgendwelche Themen die ich Dich nicht gefragt habe, und die Du noch gerne loswerden möchtest?

Paul: Da möchte ich die Gelegenheit nutzen, einmal über die Baubiologie zu referieren. Keine Angst, es wird nicht viel. Es ist so, daß wenn ich die Leute anspreche, sie mich ansprechen, bzw. sie Baubiologe lesen oder hören, ist die Reaktion zunächst: „Watt is dat denn?“ Ein Baubiologe ist ein Mann wie ich, der Menschen berät und ihnen hilft, ein wohngesundes Haus zu realisieren. Ob Neubau, Umbau, oder Wohnung, es geht darum zu beraten. Bei einem Neubau auf jeden Fall mit dem Architekten zusammen. Es geht darum, mit gesunden und schadstofffreien Materialien zu arbeiten und mit der richtigen Baukonstruktion, so daß die Materialien so aufeinander abgestimmt sind, damit auch kein Schimmel entsteht. Es soll ein Raumklima bestehen worin keine Gerüche entstehen, bzw. diese auch abgeführt werden. Was bereits angesprochen wurde, es ist die Belüftung und die Beleuchtung wichtig. Wir leben heutzutage 85 bis 90 % in geschlossenen Räumen. Da sollte man ein Raumklima und Beleuchtung haben, worin wir wirklich vital sind und gesund bleiben. Dies sollte auch der Natur nahe sein, bzw. die Materialien und Beleuchtungen sollte man verwenden, welche der Natur nahe kommen. Das macht der Baubiologe bei den jeweiligen Projekten.

Was mir ein großes Anliegen ist und was für mich immer bitter ist, was ich in den letzten Jahren erfahren habe bei den Hausuntersuchungen ist, und gerade bei den Messungen für Elektrosmog und Beleuchtung: die Kinderzimmer sind teilweise Folterkammern. Da werden schlechte Materialien eingebaut, da kann nicht gelüftet werden, da besteht ein schlechtes Raumklima, dort entsteht oft Schimmelbefall und da kommen auch noch die Elektrosmog- und Flimmerbelastungen dazu. Es ist wirklich ein großes Thema, wie die Kinder heute groß werden in unserer Wohnkultur und Baukultur. Daher mein Anliegen, gerade an Eltern, sich aufmerksam der Realisierung und Ausstattung von gesunden Kinderzimmern zu widmen. In der Hinsicht kann ich gerne beraten. Kontaktdaten erhalten Sie ……

Stefan:  …..über mich.

Gesundes Kinderzimmer heißt: gesunder Schlaf der Kinder. Somit vielleicht weniger Auffälligkeiten in der Schule, da die Kinder ausgeschlafen sind, kein ADHS und den ganzen neumodischen „Kinderkrankheitskram“. Das alles läßt sich durch ein gesundes Kinderzimmer vermeiden. Man tut den Kindern also was Gutes, wenn man etwas mehr Geld investiert, als wenn man immer nur alles möglichst billig kauft.

Paul: Hier möchte ich aber nochmal einhaken. Es ist keine Preisfrage! Wenn ich sehe, was die Eltern gut gemeint oft investieren. Es ist nicht teurer ein gesundes Kinderzimmer herzustellen, sondern es sollte gezielt geschehen. Es sollte gezielt entschieden werden, wofür das Geld eingesetzt wird. Es ist nicht immer eine Preisfrage, ein gesundes Kinderzimmer zu realisieren. Das sollte man nicht am Preis fest machen.

Stefan: Wenn ich Dich also richtig verstehe, sollte man sein Kind vielleicht noch bis mittags, nachmittags mit dem Gameboy und Computer spielen lassen, und dann so langsam die elektronischen Geräte ausschleichen lassen und zum herkömmlichen Buch greifen um die Kinder „runter zu kriegen“. Und das Licht sollte man vernünftig schalten. Man tut sich also selbst einen Gefallen, da die Kinder dann einfach relaxter sind und besser schlafen.

Paul: Das ist ein guter Vorschlag. Wie dies zu realisieren ist, ist natürlich eine andere Sache. Was ich jedoch aus meiner Erfahrung sagen kann ist, daß wenn ich berate, Hausuntersuchungen durch führe oder Umbauten begleite, und Kinder im Haushalt sind, ich gerne die Kinder beim Gespräch dabei habe. Ich habe entsprechend einfache Möglichkeiten durch die Messgeräte darzustellen worum es geht, was ich mache, was Elektrosmog ist, was die Beleuchtung ausmacht, was die Sonne uns liefert, warum ein Regenbogen so ist wie er ist und warum Beleuchtung so ist wie sie ist. Es ist faszinierend, wenn man sieht wie die Kinder das aufnehmen und häufig konsequenter umsetzen als die Eltern. Da ist viel zu bewegen, wenn man die Kinder zu den Gesprächen mit dazu nimmt, die Kinder entsprechend informiert. Ich staune auch immer wieder, welche interessierten Fragen von den Kindern kommen, gerade von den Jugendlichen, und was dann so realisierbar wird. Das ist ein Punkt welcher sehr viel Spaß macht, und da sind Ansätze wo man die Kinder bezüglich der Technik sensibilisieren kann. Die Kinder können Technik nutzen, jedoch dies über einen bestimmten Zeitraum. Wenn die Kinder dies tun ist das ganz anders, als wenn immer alles unbewußt abläuft.

Stefan: Ok. Dann danke ich Dir recht herzlich für das Interview, Paul.

Paul: Gern geschehen!

Stefan: Wir wissen jetzt, wir müssen im Schlafzimmer anfangen, dann gehen wir zum Kinderzimmer, oder umgekehrt. Auf jeden Fall sollten wir uns mal den Baubiologen leisten. Dies ist eine Investition, die langfristig günstiger ist, als daß wir später Medikamente nehmen.

So, das war der 4. und letzte Teil meines Interviews mit Paul Düpper, Baubiologe aus Zülpich. Mein Name ist Stefan Oversberg von „Leb Dich fit.de“ und bedanke mich fürs Zuhören.