Auch dieses mal geht es um die Herausforderung,  die Schlafqualität zu verbessern.

Ich habe ein Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich geführt.

Im ersten Teil geht es um die Möglichkeiten, Elektrosmog im Schlafzimmer zu reduzieren.

Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Massnahmen.

Paul Düpper - Baubiologe

Paul Düpper – Baubiologe aus Zülpich

www.baubiologie-pduepper.de

Elektrosmog im Schlafzimmer abbauen

Ich selber habe mein Schlafzimmer wie folgt „entsmogd“:

  • Feldfreischalter für Schlafzimmer und anliegende Räume (neben und unter Schlafzimmer)
  • Wasserbett wird über Zeitschaltuhr aus anderem Stromkreis geschaltet
  • Radiowecker steht nun 3 Meter vom Bett entfernt, auch hier Speisung der Steckdose aus anderem Stromkreis

Alle Installationen müssen von Fachpersonal ausgeführt werden.

Nachteil: Durch die Installation der Feldfreischalter kann ich nun die automatischen Rolladenantriebe vergessen. Die von mir verwendeten flimmerreduzierten LED-Lampen verbrauchen zu wenig Strom um die Feldfreischalter dazu zu veranlassen zu schalten. Im Wohnzimmer schalte ich daher immer erst eine „normale“ Glühbirne an, danach dann die LED Lampen um dann wieder die „normale“ Glühbirne auszuschalten. Wie man sieht, sollte man die Thematik schon beim Bauen beachten um aufwendige Umbauarbeiten zu vermeiden.

Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Stefan: Hallo und herzlich Willkommen auf „Leb Dich fit.de“ dem Lifestyle-Block rund um gesundes und fittes Leben. Heute mal mit einem Interview. Ich sitze hier bei Paul Düpper im Büro in Zülpich-Bessenich. Paul ist Baubiologe, und ich würde mal gerne etwas zum Thema Baubiologie erfahren. Paul, stell Dich erst mal vor, und was machst Du eigentlich?

Paul: Guten Tag, ich bin seit 30 Jahren Maschinenbauingenieur und bin vor 8 Jahren mit der Baubiologie in Berührung gekommen.

Hintergrund: Ich hatte plötzlich Bluthochdruckbeschwerden, Schlafprobleme und als Ingenieur wollte ich es natürlich näher wissen. Nachdem die Ärzte mir keine Lösung anbieten konnten habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und siehe da, ich bin ich auf das Thema Elektrosmog gestoßen. Ich habe mir die Elektrosmogthematik dann näher gebracht und mein Schlafzimmer von Elektrosmog befreit. Nach circa 2 Wochen war der Blutdruck fast normal, die Schlafprobleme waren weg.

Das war für mich der Einstieg zur Baubiologie.

Stefan: Elektrosmog ist ein breites Thema. Kann man nicht sehen, kann man nicht fühlen, aber trotzdem scheint er da zu sein. Wie stellt man Elektrosmog fest?

Paul: Also, Elektrosmog stelle ich fest über entsprechende Messgeräte. Es gibt 2 Arten von Elektrosmog. Er wird ja durch Niederfrequenz-Hausstrom produziert, oder durch hochfrequente Wellen. Und diese hochfrequenten Wellen, bzw. elektrischen magnetischen Felder messe ich durch entsprechende Meßgeräte. Die Meßgeräte sind zur Messung von elektrischen magnetischen Wechselfeldern ausgelegt. Das sind die Meßwerte, welche ich im Bereich der Niederfrequenz ermittle. Das heißt, im Hausstrom. Beim Hausstrom ist es so, das an mobilen Leitungen, an Elektrogeräten, wie zum Beispiel an einem Wecker oder an einem Lampenkabel oder auch an der starren Leitung in der Wand, elektrische Wechselfelder auftreten, bzw. auch magnetische Wechselfelder beim Stromfluß. Diese Felder haben eine Wirkung auf den menschlichen Organismus. Es ist ähnlich wie auch im Bereich der Elektrotechnik, wo Leitungen abgeschirmt werden müssen, um Steuerleitungen zu schützen. So verhält es sich auch beim Elektrosmog beim Menschen, der auf das menschliche Nervensystem wirkt.

Dann gibt’s als 2. Elektrosmogfaktor die Hochfrequenz. Im Hochfrequenzbereich gibt es die Systeme wie die WLAN-Systeme, schnurlose Telefone, der Funkmast der draußen steht. Das heißt, dort werden elektromagnetische Wellen abgestrahlt vom Sender zum Empfänger. Trifft diese elektromagnetische Welle auf den Menschen, so beeinflußt Sie den Menschen. Es ist so wie mit der Sonne, die ein elektromagnetisches Feld auf die Erde sendet. In diesem elektromagnetischen Feld der Sonne ist auch das Lichtspektrum, in welchem die Mikrowellenstrahlen enthalten sind. Die Mikrowellenstrahlung der Sonne ist vergleichbar mit der technischen Strahlung die im Bereich der Hochfrequenz erzeugt wird. Das heißt, das was die Sonne im Mikrowellenbereich dem Menschen zuführt, haben wir von der Evolution schon mitbekommen, und der Körper hat sich darauf eingestellt. Nur, das was von der technischen Strahlung erzeugt wird, kann der Mensch in dem Maß nicht verarbeiten. Man kann im Organismus des Menschen feststellen welchen Einfluß diese elektromagnetischen Wellen der technischen Systeme haben über die Veränderung der Gehirnwellen oder bei der Dunkelfeld-Blutuntersuchung. Es ergeben sich Veränderungen, die dann auch biologische Effekte beim Menschen hervorrufen.

Dies war damals der Fall bei mir. Im Niederfrequenzbereich, das heißt über den Hausstrom, habe ich den Elektrosmog beseitigt. Ich habe also die elektrischen Felder abgeschirmt. Dadurch hatte ich anschließend wieder einen hervorragenden gesundheitlichen Zustand, das heißt normalen Blutdruck. Ich konnte auch wieder gut schlafen.

Stefan: Also wenn ich dich richtig verstehe, ist das Problem der Menschheit eigentlich nur, daß sie sich mit den technischen Strahlungen noch nicht genügend angefreundet hat. Sonnenlicht kann der Mensch in der Zwischenzeit relativ gut vertragen. Was kann man denn im Schlafzimmer z.B. machen damit man nicht mehr so dem Elektrosmog ausgesetzt ist? Also, wir haben bei mir ja auch gemessen auf dem Bett. Da waren die Werte „unter aller Sau“. Und dann haben wir diverse Schalter und Feldfreischalter eingebaut. Haben den Strom aus anderen Stromkreisen kommen lassen, damit ich nachts im Schlafzimmer keinen Strom habe. Was ist die übliche Vorgehensweise um ein Schlafzimmer und die angrenzenden Räume elektrosmogfrei zu kriegen?

Netzfreischalter

Auf der linken Seite befinden sich 3 Netzfreischalter. Wenn die LED leuchtet ist in dem Raum ein Verbraucher angeschlatet und es wird Strom „durchgeschaltet“.

Paul: Also, um Elektrosmogfreiheit im Schlafzimmer zu erreichen, wird zuerst einmal der Schlafplatz untersucht. Das ist ja dort, wo der Mensch 8 Stunden liegt und regeneriert und im Bettbereich ist es häufig, das Leitungen im Wandbereich direkt in Kopfhöhe verlaufen. Durch integrierte Beleuchtungskabel wird auch ein elektrisches Feld produziert. Durch die Nähe des Menschen in diesen Leitungsbereichen ist er dem Einfluß des Feldes ausgesetzt. Es ist wichtig dieses Feld zu beseitigen. Beseitigen kann man dieses Feld in dem man es entweder abschirmt. Das heißt, wie in der normalen Elektrotechnik auch üblich, daß man mit einer Abschirmfarbe arbeitet, oder daß man die Kabel auswechselt und durch abgeschirmte Kabel ersetzt. Das ist aber meist großer Aufwand. Eine wesentlich günstigere Lösung oft einfach zu realisieren ist der Einbau eines Netzfreischalters. Ein Netzfreischalter funktioniert folgendermaßen: Der Stromkreis im Schlafzimmer wird über den Netzfreischalter überprüft. Dieser wird verknüpft im Sicherungskasten. Durch einen Gleichstrom wird kontrolliert: fließt Strom oder fließt kein Strom. Der Netzfreischalter schaltet praktisch den Stromkreis ab in dem Augenblick, wenn der letzte Verbraucher abgeschaltet ist. In der Praxis heißt das ganz einfach, wenn man das letzte Licht im Schlafzimmer ausschaltet, sagt der Netzfreischalter über seine Gleichstromprüfung, jetzt schalte ich die Spannung im Sicherungskasten ab und somit ist im Schlafzimmer kein Strom, bzw. fließt kein Strom und liegt keine Spannung mehr an und somit ist das Schlafzimmer elektrosmogfrei.

Stefan: OK. Jetzt habe ich aber noch mein Handy auf dem Nachttisch liegen, weil es ist ja mein Wecker. Ich habe mein normales Funktelefon, welches ich seit 15 Jahren habe neben mir auf dem Nachtkomödchen und ich habe ein Tablet dort liegen. Was soll ich mit denen machen?

Paul: Das ist jetzt eine schöne Aufzählung. Dies sind alles Komponenten der Sorte 2. Es ist Elektrosmog über Hochfrequenz über die entsprechenden mobilen Systeme. Da ist zunächst die Frage, nutze ich diese Systeme nachts? Muß ich sie nutzen? Ist es ein Schnurlostelefon, ist es ein WLAN System? Es wird eine hohe elektrische Leistung immer wieder aufgebaut durch diese Systeme und diese wird als Strahlung freigesetzt auf den Menschen. Das sollte auf jeden Fall vermieden werde. Also, diese Systeme abschalten. Das Smartphone auf Flugmodus und das WLAN-System auf Nachtabschaltung nehmen. Man sollte ein Schnurlostelefon nehmen, welches auch einen entsprechenden Eco-Modus hat, also abschaltet. Durch einfache Maßnahmen können diese Systeme im Prinzip runtergefahren werden und man hat keine Elektrosmogbelastung durch diese Strahlungsquellen.

Stefan: Also sollte ich auch wenn ich abends mein Arbeitszimmer verlasse das WLAN ausmachen?

Paul: Das grundsätzlich, da ich das WLAN System nicht benötige und ich kann in das Systeme so steuern, daß z.B. nachts ab 23.00 Uhr das System abgeschaltet wird. Was ich den meisten Menschen anbiete ist, das mache ich auch bei meinen Neubauplanungen und Umbauplanungen, die entsprechenden WLAN Systeme direkt mit zu planen, und die Netzwerkkabel zu verlegen. Dies ist eine ganz einfache und kostengünstige Variante in der Planungsphase, und man hat anschließend dann auch die entsprechende Sicherheit und braucht sich um diese Sicherheit dann auch nicht mehr zu kümmern.

Grosse Distanz zum Wecker

Man sieht hier die äußerste Ecke meines Bettes und den Radiowecker möglichst weit entfernt (so dass ich noch die Uhrzeit lesen kann).

Stefan: Was ist denn mit Weckern und normalen Lampen und Radios die ich auf dem Komödchen stehen habe?

Paul: Als Wecker empfehle ich einen Funkwecker. Jetzt wird jeder sagen: Das ist doch auch Elektrosmog. Es ist keiner, da der Funkwecker ist ein reiner Empfänger. Elektrosmog über Funk tritt nur auf, wenn eine Leistung aufgebaut wird. Der Funkwecker ist aber ein reiner Empfänger und strahlt somit nicht ab. Dies ist also die beste Variante. Einen normalen Radiowecker sollte man nicht nutzen, weil er eine Leitung hat, die Elektrosmog produziert. Wenn man ihn unbedingt nutzen muß, dann sollte man ihn mindestens 3 Meter vom Bett wegstellen. In dem Bereich sind die elektrischen Felder dann nicht mehr relevant für den menschlichen Körper.

Stefan: Also das heißt, den Wecker sollte ich möglichst weit weg vom Bett stellen. Dann muß ich zudem aufstehen morgens um den Wecker auszustellen und ich kann ihn nicht mehr einfach so wegdrücken, weil Snoosing ist Loosing. Was ist mit den anderen elektromagnetischen Feldern die z.B. durch Wasserbettheizungen oder Höhenverstellung etc. aufgebaut werden? Muß ich die haben, oder kann ich die haben? Oder schaden die mir eher als sie mir im Endeffekt nutzen?

Zeitschaltuhr für Wasserbett

Zeitschaltuhr für Wasserbett schaltet Stromkreis von 23 – 6 Uhr aus.

Paul: Das ist ein guter Punkt den du hier ansprichst. Das wird oft genug unterschätzt. Gegen Wasserbetten, die für viele nun wirklich eine gute Einrichtung sind, mit denen viele gute Erfahrungen haben, habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Was jedoch das Problem bei vielen Wasserbetten ist (nicht bei allen), ist die Heizung des Wasserbettensystems, die hohe elektrische und magnetische Wechselfelder produziert. Und dies direkt am Körper. Ist jedoch auch kein Problem, wenn man eine Abschaltung vornimmt. Bei alten Systemen kann man es so machen, daß man das Wasserbett ein halbes Grad vorheizt gegenüber der Temperatur die man haben möchte, weil von den Wasserbettenherstellern ist bei mir die Rückmeldung eingegangen, in der Nacht würde das Bett 0,5 bis 1 Grad an Temperatur verlieren. Das heißt, das wäre eine Lösung. Dann, bei den Höhenverstellungen die ja viele Menschen auch benötigen ist es so, daß da auch ein ständiges hohes elektrisch-magnetisches Wechselfeld ansteht, wenn keine Abschaltung erfolgt. Da sollte man auf das System achten, ob da eine Abschaltung mitvorhanden ist. Dies ist bei neueren Pflegebetten z.B. der Fall, und gerade in dem Bereich ist es also sehr schwierig wenn Menschen, ich gehe jetzt einen Schritt in die Pflege, viele Stunden, oder den ganzen Tag bettlägerig sind. Da sollten auf jeden Fall die Höhenverstellungen abgeschirmt werden, bzw. abgeschaltet werden. Da gibt es auch entsprechende Systeme, aber da kann man sich an den Baubiologen wenden, bzw. gezielt bei den Lieferanten und Herstellern nachfragen.

Stefan: Dies bedeutet, eigentlich sollte man sich vor dem Bauen mit dir in Verbindung setzen, und nicht wenn ich gebaut habe und sich dann gesundheitliche Probleme zeigen und ich dann gegebenenfalls wieder alles aufreißen muß. Das heißt, es wäre clever dich vorher mit in die Planung einzubeziehen.

Paul: Richtig! Und dies beweist meine Erfahrung. Ich bin jetzt seit 4 Jahren selbständiger Baubiologe und viele haben mich erst nach der Planung miteinbezogen, das heißt die ganze Planung war schon abgeschlossen. Die Materialien waren zum Teil auch schon bestellt. Dann ist es schon schwieriger das Ganze noch zu ändern. Man sollte im Voraus eine Abstimmung vornehmen. Welche Materialien nimmt man? Wie ist die Baukonstruktion? Wie erreiche ich ein gutes Raumklima? Wie kann ich den Elektrosmog vermeiden? Wie ist eine gezielte gesunde Beleuchtung zu realisieren? Darum, das Ideal ist, wenn man ein neues Haus baut, bzw. plant, dann gleich am Anfang am besten mit Architekt, mit Baubiologen und mit Bauherren zusammensitzen und die entsprechenden Lösungen finden. Weil es ist immer wichtig, daß hier die Spezialisten, gerade Architekt und Baubiologe, Hand in Hand arbeiten und sich abstimmen. Was ist machbar, was möchte der Kunde haben.

Stefan: Wie oft kam das bisher vor, daß du vorher gefragt wurdest?

Paul: Dies ist mir bisher 2mal passiert und in einem Fall ist es dann nicht zum Auftrag gekommen, weil die Abstimmung mit dem Architekten schwierig war. Das andere Mal war es natürlich top. Der Bauherr hat fast alles umgesetzt und von den Kosten her hielt es sich auch wirklich im Rahmen. Das heißt, Mehrkosten von unter 5% und ein wirklich wohngesundes Haus, und es war auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Architekten.

Stefan: Ok. Also, Architekten bitte wendet euch vorher an den Baubiologen bevor ihr da irgendetwas hinsetzt. Also um den Elektrosmog zu vermeiden:

Zusammenfassend: Feldfreischalter einbauen und sehen, daß das Schlafzimmer irgendwie stromfrei ist. Bei mir haben wir jetzt auch Feldfreischalter eingebaut. Das Wasserbett betreiben wir über eine Zuleitung die über einen anderen Stromkreis kommt und diese Zuleitung wird zusätzlich mit einer Zeitschaltuhr gespeist, also zwischen 23 Uhr und 7 Uhr morgens ist die Leitung tot. Und ich bilde mir ein, daß ich auch schon besser schlafe. Kann natürlich Placebo sein, aber das wird sich ja langfristig herausstellen. Oder nicht?

Dies war der 1. Teil des Interviews mit Paul Düpper in dem wir uns mit dem Thema Elektrosmog in dem Schlafzimmer beschäftigt haben. Gleich geht es weiter im 2. Teil. Schaltet wieder ein!